Kinder- und Jugendarbeit

Gemeindepädagogin Beate Freiesleben-Schmidt
Gemeindepädagogin Beate Freiesleben-Schmidt

Ganz besonders wichtig: Kinder- und Jugendarbeit in der Andreasgemeinde

 

Rund 100 Kinder und Jugendliche in der Anneröder Siedlung freuen sich über die tollen Angebote der Andreasgemeinde.

 

In den Gemeindegruppen knüpfen sie Freundschaften, haben jemanden zum Reden, werden in ihren Fähigkeiten gefördert und können unverkrampft den christlichen Glauben kennen lernen.

 

Gemeindepädagogin Beate Freiesleben-Schmidt setzt sich mit ganzem Herzen dafür ein. Dies ist besonders wichtig, da es im Viertel kaum Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gibt.


"Hier sind Freundschaften fürs Leben entstanden"

Interview mit unserer Gemeindepädagogin Beate Freiesleben-Schmidt

Wenn man Mittwochnachmittag in unser Gemeindehaus kommt, schwappt einem eine Welle voller Energie entgegen: Jungscharkinder rennen durchs Foyer, lachen, schreien, toben, spielen. Eine steht voller Ruhe da, behält den Überblick, hat ein Ohr für jeden einzelnen: Bea. Das seit 22 Jahren. Solang bist Du Gemeindepädagogin in unserer Gemeinde. Eine Institution. Wie kam es dazu?

Das ist eine lange Geschichte. Meine erste Begegnung mit der Gemeinde war im September 1984. Mit der Band „Troubadix“ aus der Wetzlarer Domgemeinde haben wir einen Jugendgottesdienst mitgestaltet. Durch meinen Mann Andreas, der sich bereits in der Andreasgemeinde engagierte, bin ich dann hierher gekommen. Seit diesem Zeitpunkt ist die Andreasgemeinde meine Heimat. Bis Ende 1993 habe ich mich zusammen mit Andreas ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert.

Meine Vorgängerin, Ursel Schmitt, wechselte Anfang 1994 in die Evangelische Behindertenseelsorge. So habe ich mich für die Stelle der Gemeindepädagogin beworben. Zuvor studierte ich an der Universität Gießen Grundschullehramt mit dem Schwerpunkt „Religionspädagogik“, habe aber aufgrund einer Krankheit im Sommer 1993 mein Referendariat abgebrochen. Anfang 1994 nahm ich dann die neue Herausforderung an. Es macht mir immer noch Freude und Spaß, den Kindern und Jugendlichen den Glauben an Gott näher zu bringen. 

Bea und die ehemaligen Jungscharkinder nach der Christvesper 2015. (Bild: privat)
Bea und die ehemaligen Jungscharkinder nach der Christvesper 2015. (Bild: privat)

Wenn Du an die vielen Jahre und die vielen Kinder denkst, die „bei der Bea waren...“: Gibt es etwas, was Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Jahr für Jahr werde ich an Weihnachten immer wieder von der vergangenen Zeit eingeholt. Da taucht nämlich am Heiligen Abend eine „Fan-Gemeinde“ im Familiengottesdienst auf. Es sind ehemalige Jungscharkinder, die sich jedes Jahr zum Gottesdienst treffen, um zu schauen, was „Bea so mit den aktuellen Kindern auf die Beine stellt“.

Für sie ist es außerdem ein Treffpunkt, um sich nach all den Jahren wiederzusehen. Sie wohnen verstreut in Deutschland, einige sogar in Europa. Es zeigt mir auch, dass in der Gemeinde Freundschaften fürs Leben entstanden sind, die auch nach Jahren noch Bestand haben. Zeitweise bestehen diese Freundschaften schon aus der Zeit, da die Mütter mit den besagten Kindern in den mittlerweile auf Eis gelegten Spielkreis kamen.

 

"Ein Stück Frieden in unserem Viertel leben"

Auch bleiben mir die Mitarbeiter über all die Jahre in Erinnerung. Auch wenn sie nicht mehr in unserer Gemeinde aktiv sind, weil sie mittlerweile eigene Familien haben oder nicht mehr in Gießen wohnen, habe ich weiterhin losen Kontakt zu ihnen. Es ist toll, wenn Jugendliche sich in der Gemeinde aktiv einbringen und auch eine Heimat dort finden. Außerdem erinnere ich mich gerne an meine anfänglichen Kinderfreizeiten, die wir mit der Stephanusgemeinde zusammen gemacht haben. 

Ich bin dankbar, dass wir uns mit unseren Kindern an diesen Freizeiten, die hauptsächlich von der damaligen Gemeindepädagogin der Stephanusgemeinde, Kornelia Marschner, vorbereitet wurden, beteiligen durften. Erfreut bin ich auch darüber, dass manche der ehemaligen Jungscharkinder sich beruflich in den sozialen und religionspädagogischen Bereich orientiert haben. 

 

Unermüdlich bist Du in den Jungscharen, im Konfirmandenunterricht, im Jugendclub bei der Sache, nicht allein, sondern mit Deinem Team. Was treibt Dich als Gemeindepädagogin an?

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass Gott mich ernst nimmt und mich durch mein Leben trägt, egal in welcher Lebensphase ich mich befinde. Mein Konfirmationsspruch aus Psalm 139 „Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ gibt mir immer wieder Kraft für meine Arbeit. Dieser Spruch ist für mich Grund genug, Kindern von Gott zu erzählen. Sie sollen erleben, dass der christliche Glaube trägt und dass Gott sich in besonderer Weise Kindern zuwendet und ihre Fragen und Lebenssituation ernst nimmt. Es ist einfach toll zu erleben, wie Kinder in unserer Gemeinde Heimat finden und voller Freude durch die Räume toben und rennen. Auch das treibt meine Arbeit als Gemeindepädagogin an. Weiterhin ist mir wichtig, dass ich selbst immer wieder auftanken kann. So hat der Hauskreis in unserer Gemeinde auch einen wichtigen und entscheidenden Stellenwert in meinem Alltag.

Dankbar bin ich auch darüber, dass meine Familie hinter meiner Arbeit steht.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft? 

Mein Wunsch für die Zukunft? Weiterhin fröhliche Kinder und Jugendliche zu erleben, die die Möglichkeit haben, auf kindgerechte Weise Zugang zum Glauben und zum Gemeindeleben zu bekommen. Sie treffen dort auf Gleichaltrige und lernen somit nicht nur andere Kinder kennen, sondern sie lernen sich in solch einer Gruppe auch selbst besser kennen. Außerdem sollen sie erfahren, dass Gott sie liebt und sich um sie sorgt. Ich wünsche mir, dass die Kinder und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen kommen, weiterhin aktiv ihre Wünsche und Ideen einbringen, und dass diese Arbeit dazu beiträgt, ein Stück Frieden in unserem Stadtviertel zu leben.

 

Die Fragen stellte Gabriel Brand 

 

 

 

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