Längst findet mein Auto den Weg

Pfarrer Klaus F. Pötz und Ruth Schneemann bei einem "Gottesdienst anders" in der Andreasgemeinde // Foto: Gömmer
Pfarrer Klaus F. Pötz und Ruth Schneemann bei einem "Gottesdienst anders" in der Andreasgemeinde // Foto: Gömmer

Ein Gruß der Kirchenvorstandsvorsitzenden der Luthergemeinde

 

„Der Opa verkauft das Haus, und dann ziehen Oma und Opa in eine Wohnung im Hochhaus.“ Die Ankündigung meines Großvaters ist meine Kindheitserinnerung an das neu entstehende Wohngebiet rund um den Eichendorffring.

 

Aus dem angedrohten Hausverkauf wurde nichts, und so wohne ich bis heute im Ostpreußenviertel. Dass in dem neuen Wohngebiet auch eine Kirchengemeinde gegründet worden war, erfuhr ich erst viel später. Der Kontakt zur Nachbargemeinde bestand in erster Linie zwischen den Pfarrern. Ansonsten waren gemeinsame Aktivitäten eher spärlich.

  

 

Ich erinnere mich an einen Buß- und Bettagsgottesdienst, der in Andreas stattfinden sollte. Ich machte mich per Auto auf den Weg. Ich hatte nur eine vage Vorstellung über die Lage der Kirche. Also umkreiste ich den Eichendorffring auf der Suche nach der Zufahrt zum Gemeindezentrum. Die herbstliche Dunkelheit erschwerte die Suche, Hinweisschilder gab es keine. Es wurde schließlich zu spät und der Gottesdienst fand ohne mich statt.

 

Das ist heute ganz anders. Beginnend mit der Reihe „Gottesdienst anders“ wurden die Kontakte zur Andreasgemeinde immer intensiver, und heute verbindet uns eine gute und herzliche Zusammenarbeit: Flüchtlingshilfe, Sommerfeste, Osterfrühstück, Sommerkirche und eine gemeinsame Konfiarbeit - das sind heute die Säulen des gemeinsamen Gemeindelebens. Längst findet mein Auto den Weg zu Andreas ganz von selbst, weil es so oft Gelegenheit gibt dort vorbeizuschauen.

 

Die 90-jährige Luthergemeinde sendet herzliche Jubiläumsgrüße zur noch „jugendlichen“ Schwester Andreas.

 

 

Ruth Schünemann