Den Kopf bewegen

Pfarrer Matthias Schmid // Foto: Schmidt
Pfarrer Matthias Schmid // Foto: Schmidt

Ein Gruß von Pfarrer Schmid aus St. Thomas Morus

 

Es war einmal ein schöner Tag im März. Kalt und still liegt der Abend über dem Kirchplatz. Die Kirche St. Thomas Morus erhebt sich wie immer ruhig und ungesehen in der Grünberger Straße. Die renovierte und fast neue Orgel von St. Thomas Morus soll eingeweiht werden. Alle sind da, auch die Oberbürgermeisterin. Vor dem Konzert betet der Priester die Gebete, die Orgel erhält die Weihe und alle senken andächtig den Kopf. Alles ist bereitet, nun soll sie erklingen, die Königin der Instrumente. Die Orgel singt ihr Lied - alle hören zu, freuen sich und sind begeistert, die Orgel klingt schön. Der Organist hat ganz rote Bäckchen.

 

Danach stehen die Honorabilitäten an der Orgel zusammen. Es wird erklärt und erläutert: „Ach so, …der Windkasten, ja, ja schön!“ Alle sind froh und sehen sich an, denn die Kirche St. Thomas Morus ist auch so schön. Ah, bemerkt die Oberbürgermeisterin, sie wusste übrigens gar nicht, dass hier in Gießen eine katholische Kirche steht, sagt sie. Alle blicken etwas neugierig. Ja, das sei öfter so, dass hier die Kirche ganz unbekannt ist, sagt der Pfarrer. Die Kirche stehe so hoch über der Grünberger Straße, wer sie sehen wolle, müsse den Kopf heben. Außerdem noch dazu vorher wissen, was er sieht. Alle nicken. Der Festakt ist zu Ende.

 

Liebe Kirchgemeinde Andreas, Ihr liegt mit Eurer Kirche fast wie in einem kleinen Stadtwald. Es wird Leute geben, die sagen, kein Wunder, dass man Andreas übersieht, überall Bäume, und die Kirche ist, ach, so klein. Dann seid getröstet: Jene, die den Kopf bewegen können und zu suchen wissen, werden Euch finden.

 

Matthias Schmid

 

 

 

 

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