Fortbildungsseminar Schleusingen-Gießen in Eisenach (2006)

Gruppenbild mit allen Teilnehmer/innen. // Foto: privat
Gruppenbild mit allen Teilnehmer/innen. // Foto: privat

Vom 3. bis 5. November 2006 fand im Neulandhaus in Eisenach, einer Bildungstätte der evangelischen Kirche von Thüringen, ein gemeinsames Fortbildungsseminar mit insgesamt 19 Teilnehmern aus Gießen und Schleusingen statt.

Thema der Tagung war „Taufe“. Sorgfältig von Frau Söllig, der Schleusinger Pfarrerin vorbereitet, erörterten die Teilnehmer Fragen, die mit der Taufe zusammenhängen, wobei sich auch herausstellte, dass die Probleme in der alten Bundesrepublik denen der früheren DDR immer mehr gleichen.

 

Neben den alten Theologischen Streitfragen – Erwachsenentaufe oder Kindertaufe – gegenseitige Anerkennung der Taufen aller christlichen Konfessionen – Aufgabe der Paten – standen folgende Fragen an, die einer Klärung bedürfen und doch von jeder Pfarrerin und jedem Pfarrer individuell behutsam gelöst werden müssen: 

  • Was macht man, wenn sich Kinder oder Jugendliche aus unchristlichen Elternhaus taufen lassen wollen? 
  • Welche Vorbereitung sollen einer Erwachsenentaufe vorangehen, wenn ein Taufbewerber keine Kentnisse vom Christentum hat? 
  • Wie verfährt man bei Menschen, die gar nicht wissen, ob sie – z.B. in der UdSSR – heimlich getauft worden sind? 
  • Wie kann man dem entgegenwirken, dass Taufe und Konfirmation zu reinen Familienfesten ausarten und der eigentliche Anlass ganz in den Hintergrund tritt?

Für die Vorbereitung wurde allen Teilnehmern ein Rundschreiben des Magdeburger Bischofs Noack – Schleusingen liegt zwar im Land Thüringen, gehört kirchlich aber zur Kirchenprovinz Sachsen – ausgegeben, das alle diese Fragen anschneidet und von der Sorge getragen wird, dass die Mehrzahl der Mitteldeutschen nach 45 Jahren kommunistischer Herrschaft der Religion entfremdet ist und – selbst wenn sie es wollte – nicht Glaubens- und Kulturgut der Christlichen Religion weiter vererben kann

 

Deshalb sind nach Noacks Vorstellungen die Gemeinden und vor allem die Kirchenvorstände gefordert, zu helfen, die Neugetauften zu unterstützen und auch bereit zu sein, als Paten einzuspringen, wenn sich niemand aus der Verwandschaft findet.

 

Die Tagung diente aber auch dazu, zwei Schätze Eisenachs, das Lutherhaus und das Bachhaus, mit ihren Museen zu besichtigen sowie am Sonntagmorgen am Gottesdienst in der Georgenkirche teilzunehmen.

Mit vielen Anregungen und der gegenseitigen Einladung zum Stadtjubiläum von Schleusingen und zum 40 jährigen Jubiläum der Andreasgemeinde 2007 trennten sich beide Gruppen in bester Absicht, die schon aus DDR-Zeiten stammende Partnerschaft zu vertiefen und durch regelmäßige Kontakte auszubauen.

 

 

Dieter Schellenberg

 

 

 

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