ANgeDACHT im Herbst

Erntedank-Essen der Kirchen für Flüchtlinge am 4.10.2015 in Gießen. Foto: Hartmann
Erntedank-Essen der Kirchen für Flüchtlinge am 4.10.2015 in Gießen. Foto: Hartmann

„Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“


Seit Jahren verlassen Menschen ihre Heimat und flüchten aus Krisen- und Kriegsgebieten in benachbarte Länder. Seit einiger Zeit machen sich viele von ihnen auf den Weg nach Europa und suchen auch bei uns in Deutschland Schutz. Das Thema beherrscht die Nachrichten. Die Bilder vom Mittelmeer und aus Ungarn sind teilweise schockierend. Das Schicksal der Menschen löst bei uns erhebliche Emotionen aus. Neben den ...


... Sorgen reichen sie von einer bisher unbekannten herzlichen Begrüßung bis hin zu offenem Hass, der auch vor Gewalt und Brandstiftung nicht zurückschreckt.

 

Wir als Kirche und Gemeinden sind in dieser Situation mit gefordert. So möchte ich aus einem offenen Brief zitieren, den der Präsident unserer Kirche, Volker Jung, und der Vorstandsvorsitzende der Diakonie in Hessen, Wolfgang Gern, an die Gemeinden gerichtet hat:

 

„Mit der Aufnahme der Flüchtlinge ist eine enorme Aufgabe zu bewältigen. Diese Aufgabe ist uns auch als Kirche und Diakonie gestellt. Es ist eine humanitäre und zugleich eine zutiefst geistliche Aufgabe, weil es darum geht, Menschen in sehr bewegten Zeiten Hilfe und Orientierung zu geben. Die biblische Botschaft legt uns die Sorge um Fremde besonders ans Herz. Sie stärkt zugleich das Vertrauen, dabei die Nähe und den Beistand Gottes zu erfahren. So jedenfalls verstehen wir die Worte Jesu, der sagt: „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). Was jetzt zu tun ist, braucht viel Kraft, Liebe und Besonnenheit. Die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge wird uns lange beschäftigten. Sie wird unsere Ressourcen und unsere Ausdauer in Anspruch nehmen, aber sie kann nicht nur zum Segen für die Flüchtlinge, sondern auch zum Segen für uns und unser Land werden. Wir bitten Sie zu prüfen, ob und wie Sie in Ihrem Bereich etwas beitragen können...“ 

 

Was bedeutet das für uns als Andreasgemeinde? Wir haben im Kirchenvorstand einen eigenen Zuständigkeitsbereich für das Thema Flüchtlinge eingerichtet. Als Ansprechpartner stehe ich Ihnen als Pfarrer zur Verfügung, werde die Fragen und Anliegen dazu in der Gemeinde koordinieren, informiere über die Entwicklungen in unserer Kirche und vermittle auch gern weiter.

 

Wer sich für Flüchtlinge engagieren möchte, sei an Pfarrer Matthias Leschhorn aus der Petrusgemeinde verwiesen (0641/23535 oder info@petrusgemeinde-giessen.de). Hier wird die ehrenamtliche Arbeit unseres kirchlichen Dekanats in der Erstaufnahmeeinrichtung von Robert Seither koordiniert. Gesucht werden freiwillige Helferinnen und Helfer, die für Flüchtlinge Tee kochen, mit ihnen mal ein Brettspiel spielen, aber auch zuhören – ihnen Gastfreundschaft vermitteln. „Hilfe wird auch beim Sortieren von Kleidern benötigt oder bei der Begleitung von Flüchtlingen auf Ämter und Behörden“, sagt Pfarrer Leschhorn. Robert Seither sucht auch Interessierte, die einmal wöchentlich 90 Minuten Deutschunterricht geben. „Didaktische Konzepte muss keiner mitbringen, aber Mitgefühl und die Freude am Kontakt mit Fremden“, betont er.

 

Wer Flüchtlinge mit Sachspenden unterstützen möchte, kann sich an das Deutsche Rote Kreuz wenden (0641/400060 oder fluechtlingshilfe.giessen@drk-hessen.de). Für längerfristige Betreuung, Begleitung und Deutschunterricht von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis zeichnet sich das Diakonische Werk verantwortlich (tanja.schmitt@diakonie-giessen.de).

 

Bitte beachten Sie auch die gemeinsame Erklärung der Leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen Deutschlands zur aktuellen Situation der Flüchtlinge. Dass die Kirchenführer zu einer solchen gemeinsamen Erklärung gefunden haben, ist ein beachtlicher Schritt. Vielleicht ist der Text für die persönliche Orientierung und Auseinandersetzung mit dem Thema hilfreich.

 

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Pfarrer Gabriel Brand 

 

 

 

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