An(ge)dacht im September

Foto: Gömmer
Foto: Gömmer

Noch sind Ferien. Noch sind viele im Urlaub. Aber bald kehren sie zurück. Und dann beginnt im September alles von Neuem: Für viele Kinder ein neues Schuljahr. Mancher tritt  seine Lehrstelle an oder sieht einem Studienanfang entgegen. In vielen Firmen läuft ...

... nach der Urlaubszeit der reguläre Betrieb wieder an. Und auch wer keine schulpflichtigen Kinder hat und nicht mehr im Berufsleben steht, kann sich diesem Rhythmus kaum entziehen.


Manche Kinder kommen in diesem Jahr in die Schule. Sie können ihren Schulanfang in der Regel kaum erwarten. Auch für Eltern, Großeltern und Geschwister ist das eine aufregende Zeit. Ist der Einschulungstag dann gekommen, gilt es auch Abschied zu nehmen. Bis an die Schultür oder bis zum Klassenzimmer dürfen Eltern ihre Kinder begleiten. Mit hineingehen? Nein, das geht nicht! Über die Schwelle müssen die Kinder allein gehen. Und so muss die Hand losgelassen werden. Vielleicht ist es wichtig, noch einmal über den Kopf zu streichen und wenn nötig, noch einmal Mut machend zu nicken. Schließlich ein kurzes Winken bis sich die Tür schließt.


„Sei getrost und unverzagt,
fürchte dich nicht und lass
dich nicht erschrecken!“


Dieser Vers aus dem 1. Chronikbuch (Kap. 22,13) ist der Spruch für den Monat September und er fasst in Worte, was viele Eltern vielleicht im Stillen empfinden mit Blick auf ihre Kinder – und mit Blick auf sich selbst. 


Tatsächlich stammt dieser Satz ursprünglich auch aus einer Eltern-Kind-Situation. Es wird erzählt, wie der König David seinen Sohn Salomo beauftragt, den Tempel in Jerusalem zu bauen. Der Stolz und das Zutrauen des Vaters sind kaum zu überhören. Ihm selbst war diese Ehre verwehrt geblieben. Er konnte nur die Vorkehrungen für den Bau treffen, die Baumaterialen besorgen und die Arbeiter einstellen. Die Ausführung des Baus, die liegt jetzt allein an seinem Sohn. Aber wird das gelingen? Ist das nicht etwas viel verlangt?


„Sei getrost und unverzagt,
fürchte dich nicht und lass
dich nicht erschrecken!“


Dieser Satz des Vaters an den Sohn ist mehr als die beruhigende Ermunterung: „Na los, mach schon!“ Hier schwingt die ganze Lebenserfahrung des alten David mit. Die Erfahrung von Glück und Unglück, von Gewinn und Verlust, Triumph und Scheitern, Enttäuschung und Bewahrung – und das Bewusstsein, von Gott begleitet zu sein. Ich finde: das ist gewiss nicht das Schlechteste an Schultüren und sonstigen Schwellen des Lebens.


Pfarrer Dr. Gabriel Brand 

 

 

 

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