Planung, Bau und Ausgestaltung des neuen Gemeindezentrums

Einfach ist es nicht gewesen, bis es zum Bau kam. Der Andreasbezirk war noch nicht groß. Wir waren eigentlich auch noch nicht an der Reihe vor den anderen Bauvorhaben der anderen Gießener Gemeinden. Aber da kamen glücklicherweise zwei Wünsche zusammen: Die Stadt Gießen hatte beschlossen, dass in dem kinderreichen Anneröder Viertel ein dringend notwendiger Kindergarten eröffnet werden sollte. Der Gemeindeverband der Ev. Gießener Gemeinden erklärte sich bereit, den Bau und den Betrieb dieses Kindergartens zu übernehmen. Damit konnte nun gleichzeitig das so erwünschte Gemeindezentrum in Aussicht genommen werden.

Es machte große Freude, gemeinsam zu planen und auch manches Mal schon Geplantes oder Vorgeschriebenes zu ändern. Zum Beispiel wurden die angeordneten schmalen Fenster oben in der Kapelle zu größeren hellen Fenstern umgestaltet. Nachher freuten wir uns alle über den freundlichen Ton, den das hereinflutende Licht der Kapelle gibt! Ein Fachakustiker wurde herangezogen. Der Erfolg ist die gute Akustik, die oft dankbar empfunden wird, besonders auch bei den musikalischen Darbietungen. 

Ernste Sorge bereitete uns die Stirnwand. Sie wirkte so kalt und schien jedem, der eintrat, buchstäblich ins Gesicht zu schlagen. Wie viele Gemeindeglieder erklärten damals: „Das ist keine Kirche; die muss vorne „rund“ sein. Hierher werde ich zu keinem Gottesdienst kommen!“ Da wurde eine interessierte Gießenerin gebeten, von einer Reise Bilder von Kirchen in Finnland mitzubringen. Darunter war eins von einer Kirche mit einer ebenso breiten, geraden Altarwand: Sie trug ein Kreutz – wie wir es geplant hatten – umgeben von Grünpflanzen und Ranken. Man sah, dass dort auf eine alte christliche Symbolik zurückgegriffen worden war. Sie will sagen: Aus dem Kreuz erwächst das Leben. (Sie wird gefunden auf alten Steinmälern, bes. in Armenien, und eben auch im Norden). Wir hatten gefunden, was wir suchten – über das Symbol hinaus: Die Kapellenwand lockerte sich auf durch hohe und niedere Pflanzen, der Raum gewann an Tiefe. Er sah nach Kirche aus!

Praktische Ausgestaltung des Gottesdienstraumes: Kirche und Festsaal in einem!
Praktische Ausgestaltung des Gottesdienstraumes: Kirche und Festsaal in einem!

Ein Vorhang wurde nötig, der den Altarraum im Bedarfsfall abtrennt; denn zu einem gesonderten Gemeindesaal reichte weder das Grundstück aus noch das Geld! Auf diese Weise mussten wir nicht verzichten auf Gemeinde- und besonders Seniorennachmittage mit Tischen zum Kaffeetrinken! Ohne den Vorhang wären auch die vielen schönen Abende mit der Laienspielschar (Pfr. Gutenberg) nicht möglich gewesen, ebenso wie die Filmabende des Ev. Filmdienstes. Die Mühe die beide sich machten, hat die Gemeinde reichlich belohnt durch den guten Besuch und die freundliche und fröhliche Aufnahme.

 

 

 

 

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